Selbstzweifel - ich schmeiß hin

Kurz vor der Veröffentlichung von meinem neuen Thriller "Unter meinem Bett" möchte ich alles hinschmeißen. 

Das Buch-Selbstbewusstsein ist so kurz vor der Veröffentlichung noch sehr wackelig. Deshalb starte ich normalerweise meine Leserunden auch immer erst später. Doch diesmal bot sich das an und als eine Bloggerin zu einem anderen Buch meinte: Hättest du mal auf deine Testleserin gehört und es in die Tonne gehauen, sah ich plötzlich nur noch schlechte Rezensionen. So startete die Leserunde dann auch damit, dass die zwei Organisatorinnen das Buch nicht gut fanden.

Ich weiß, dass das normal ist. Nicht jedem kann mein Buch gefallen, aber in so geballter Ladung Kritik, so kurz vor der Veröffentlichung, machte mir große Angst. Besagte Bloggerin war natürlich auch mit im Leserunden-Team und ich hatte echt Panik. 

Am Sonntag vor dem Start der Runde dann der totale Zusammenbruch. Es war, als hätte die eine Gehirnhälfte nur noch alles schlechte gesehen: Ich bin hässlich, eine schlechte Schriftstellerin, bla bli blub. Und die andere hat das fast schon belustigt beobachtet und dachte, ehm, ist klar. Was geht da denn gerade ab?

Ich habe alles rausgeheult, war lange spazieren und habe dann ganz viel in mein Tagebuch geschrieben. Dann war gut und dann konnte ich auch sehr sachlich über die Kritik sprechen und es hat sogar Spaß gemacht und war interessant.

Die Leserunde lief dann ganz gut. Es gab solche und solche Meinungen und jetzt bin ich wenigstens darauf vorbereitet, was mich bei diesem Buch so erwarten kann.

Ich hatte lange darüber nachgedacht, ob ich vielleicht noch mal etwas ändern sollte. ABER ich fühle meine Charaktere so. Ich weiß sehr genau, was ihre Schwachstellen sind und ich bin sicher, dass das seine Berechtigung hat. Ich fühle sie und ich liebe dieses Buch genauso wie es ist. Und dann fiel mir wieder ein, dass ich ja auch schon einige Testleser und Blogger kenne, die es auch lieben. Und so wird es immer sein. Das dieses Buch polarisieren wird, ist mir auch klar. Schließlich beginnt der Thriller seicht, wird dann krass und es ist Persönlichkeitsentwicklung enthalten. Muss man mögen. Ich tus. Und es hat sogar schon einer Testleserin in ihrem Leben geholfen.

Ich bat dann um ein Zeichen, ob ich noch was ändern sollte, weil für die erste Auflage von 1000 Taschenbüchern war es zwar zu spät, aber für alles andere noch nicht. Und dann las ich abends wieder in einem so wichtigen tollen Buch. "Vergiftete Kindheit". Und dort steht haargenau, warum meine Tanja so eine schlechte Polizistin ist, warum Emma ist, wie sie ist und tut, was sie tut und da überkam mich ein Gefühl der Ruhe. Ich wusste plötzlich, alles ist richtig. Mein Thriller bleibt so, wie er ist.

Mittlerweile bin ich nicht mal mehr aufgeregt. Es kommt, was kommt und ich kann es eh nicht mehr beeinflussen. Ich bin bereit.

Du auch? 

Dann kannst du hier mehr über mein Buchbaby erfahren. 

Oder du liest dir zur Beruhigung meine Fehler bei der ersten Veröffentlichung durch, die ja auch gut wurden trotz vieler Pannen und Pleiten.

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