Wie ich es nach 1 Monat in die Top 100 geschafft habe, trotz vieler Anfängerfehler - „Die Todesküsserin“

 Auch wenn alles schief geht, kann am Ende alles gut werden.

 

Diese Geschichte handelt von Tragödien und Missgeschicken, und allen Anfängerfehlern, die man so machen kann als Selfpublisherin, aber auch davon, wie ich es mit meinem Debüt „Die Todesküsserin“ nach nur einem Monat in die Top 100 geschafft habe.

 

Ich hatte damals meinen ersten KrimiThriller geschrieben und war bereit, ihn in die Welt zu lassen. Doch die Welt wollte ihn noch nicht. So oft ich es auch versucht hatte, es klappte aus technischen Gründen nicht, mein Buch zu veröffentlichen.

Mein KrimiThriller sollte „Daddy“ heißen. Da es den Titel schon gab, hatte ich ihn auf „Daddy, weißt du noch … damals“ geändert. Denn der erste Satz in meinem Buch lautet wie folgt: „Weißt du noch, Daddy, damals, als du Mommy vergewaltigt hast?“

Die ersten fünf Wörter sagte die Todesküsserin immer, kurz bevor sie ihre männlichen Opfer, folterte, ihnen das antat, was diese ihren Kindern angetan hatten.

Da ein Buch zu veröffentlichen schon teuer genug war und ich schon Schwierigkeiten hatte, das Lektorat und Korrektorat zu bezahlen, wollte ich darauf verzichten, das Cover auch noch in Auftrag zu geben. Meine Freundin kannte sich mit Design und Medien aus und erstellte mir ein schickes Cover. Es war schwarz und darauf war ein roter Kussmund abgebildet. (Bild siehe unten.)

 

Ungefähr ein halbes Jahr davor:

Ein großer Traum von mir war, eines Tages in das Schreibcamp von Annika Bühnemann zu kommen. Ich war mittlerweile ein Fan von ihr, denn ihr Blog vomschreibenleben.de hat mir soooo sehr geholfen. Ich habe unendlich viel von ihr gelernt durch ihre Beiträge und YouTube Videos. Als ich gerade in Georgien war, las ich in ihrem Newsletter, dass die ersten Schreibwütigen, die sich anmeldeten, den Platz bei ihrem Schreibcamp bekommen würden. Finanziell sah es gar nicht rosig bei mir aus. Aber mein ganzer Körper fühlte, das ist mein nächster bester Schritt und ich MUSS das machen. Also sagte ich zu und buchte.

 

Die erste Tragödie: Ich bekomme mein Buch nicht veröffentlicht – technische Probleme

Als ich dann im Schreibcamp war, schrieb ich an „Mach das Licht an“. Gleichzeitig versuchte ich, „Daddy …“ zu veröffentlichen. Aber es klappte einfach nicht. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Eines Morgens verkündete Annika beim Frühstück, dass wir abends alle etwas aus unserem Projekt vorlesen sollten. Da mein Selbstbewusstsein minus 1000 war, bin ich den ganzen Tag fast gestorben. Ich sollte meinen Prolog vorlesen vor mehreren Leuten und dann auch noch vor Menschen, die Ahnung hatten? Hilfe. Luft.

Ich kann kaum beschreiben, wie nervös ich war. Doch dann kam der Abend. Ich „brachte es hinter mich“ und alle waren begeistert. Damit hatte ich nicht gerechnet und ich war sooo erleichtert. Daraufhin wollten natürlich alle mein Cover sehen und wissen, wie mein Thriller heißt und hier beginnt die nächste persönliche Tragödie.

 

Die zweite Tragödie: Mein Cover muss weg und ich brauche einen anderen Titel

„Wird das ein Erotikroman?“

Das war die Frage, die mir alle gestellt haben. Wir waren glaube ich 8 Leute, wovon jeder aus der Buchwelt kam. Das war also deutlich. Und dann passierte etwas, dass ich bin heute als einen der „Das ist nicht mein Leben“-Momente bezeichnen würde. Annika Bühnemann (ich war ihr Fan), hat Laura Newman (ich war ihr Fan) gefragt, ob sie mir schnell helfen kann.

Ich saß nur da und hörte zu, wie Annika der Laura eine Audio sprach und ich verstand mein Leben nicht mehr. Ihr könnt euch das nicht vorstellen. Ich blicke zu beiden Frauen auf, bewundere ihren Mut und sie haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich an mich und meinen Traum geglaubt hab, ohne dass sie bis dato von mir gewusst hatten und plötzlich sitze ich da. Das war sooo toll.

Wir überlegten auch noch wegen des Titels. Ich sollte kurz vom Inhalt erzählen und fasste zusammen, dass eine Frau, die von den Medien die Todesküsserin genannt wird, Männer tötet und ihnen das antut, was sie ihren Kindern angetan hatten. Übrig bleibt eine Leiche mit rotem Kussmund auf der Stirn. Ich erzählte auch, dass eine Freundin/ Testleserin damals meinte, ich solle das Buch „Die Todesküsserin“ nennen, aber das ich fand, dass mir das zu sehr Klischee war.

Und alle nur so: „DU WILLST KLISCHEE!!!“

Wie jetzt?

Der Leser muss binnen Sekunden erkennen, um was für ein Buch es sich handelt. Er denkt in Klischees, er kauft in Klischees. Hm. Klingt irgendwie vernünftig, dachte ich und vertraute darauf, dass sie recht hatten.

Am nächsten Tag bei einem Spaziergang fühlte ich, jetzt geht alles wieder in die richtige Richtung und wird großartig.

Laura zauberte super schnell ein wahnsinnig tolles Cover. Bis heute sitzt jeder erste Entwurf von ihr. Das ist der Hammer. Und das Buch wurde sogar zum besten Cover nominiert beim Skoutz Award. Wir hatten es unter die besten 12 geschafft. Wahnsinn.

Im Schreibcamp coachte Annika jeden von uns zum Thema unserer Wahl, denn sie ist sowas wie eine Superheldin und konnte uns bei allen Anliegen helfen. Ich wählte „Buch veröffentlichen“ und sie lehrte mich, dass ich das Buch nicht in einer Hauruck-Aktion rausbringen sollte, sondern erstmal Buchblogger anschreiben müsste. Heute weiß ich, wie wichtig dieser Tipp ist, denn ohne Rezensionen geht gar nichts.

Mein Selbstvertrauen war nur leider so im Keller, dass ich mich das gar nicht traute. Ich dachte, die Leute würden nicht gut reagieren, wenn ich sie frage, ob sie mein Buch lesen wollen und ich war sicher, sie würden es total schrecklich finden und am Ende hätte ich nur schlechte Rezensionen und dann wäre mein Ruf als Sandy Mercier, Thrillerautorin, versaut. (Erzählt keinem, dass ich heute Ratgeberromane schreibe - lach.) Puh. Dieser Druck.

Gleichzeitig wollte ich endlich dieses Buch veröffentlichen. Ich habe es nicht mehr ausgehalten, nicht zu wissen, ob mein Thriller super oder totaler Mist ist. Er war bereit für die Welt und ich wollte einfach nicht mehr warten. Doch ich nahm den Rat an, leitete eine Verkündungswoche bei Instagram ein und machte darauf aufmerksam, dass mein Buch am 1. Januar erscheinen sollte. Es war damals November.

Ich setzte mich dann also hin und suchte nach Bloggern. Einen ganzen Tag lang habe ich mir sehr viele angeschaut und recherchiert und am Abend hatte ich mich getraut, eine einzige Person anzuschreiben. Das war so nicht geplant.

 

Die dritte Tragödie: Das Buch ist einen Monat zu früh draußen

Da ich ein Mensch bin, der gern vorbereitet ist, wollte ich bei BoD schon einmal alles hochladen. Jetzt sollte es ja funktionieren. Wie gut es klappen würde, konnte ich nicht ahnen – lach.

Da ich vorher mal ein heimliches Übungswerk für kurze Zeit bei Amazon veröffentlicht hatte, wusste ich schon, wie man das macht. Am Ende drückt man auf Probeexemplar bestellen, dann trudelt das Buch ein und wenn man damit zufrieden ist, veröffentlicht man.

Tja. Bei BoD gibt es keine gratis Probeexemplare. Da ich das nicht wusste, habe ich fleißig auf „Bestellen“ oder „Vertrag abschließen“ (oder so ähnlich) geklickt.

Nichts ahnend saß ich kurz darauf auf meiner Couch und arbeitete an meiner Verkündungswoche. Ich glaub ich war schon bei Tag vier. Da schrieb mir jemand, aus der Schweiz, dass mein Buch gut klingt und er es sich soeben bestellt hätte. Ehm. Was? Das geht doch noch gar nicht. Das kann man doch noch gar nicht. Wie jetzt?

Panisch rannte ich zum Laptop und telefonierte mit BoD. Sie haben gar keine Probeexemplare. Ich habe auf „Veröffentlichen“ geklickt und das heißt, dass Buch wurde gerade bei den Barsortimenten eingestellt, damit Buchhändler es bestellen konnten. Wow. Was für eine Sch...ße.

Merkwürdigerweise fühlte ich mich irgendwie erleichtert, denn ich wollte ja eigentlich, dass es endlich raus geht. Die meisten rieten mir jedoch, das Ganze rückgängig zu machen. Ich hatte ja nun schließlich alles geplant für den Januar und immer noch keine Buchblogger. Also tat ich das, doch aufgrund eines Versehens, passierte das nicht. Ich ließ es dann einfach geschehen und legte schnell mit meinem eBook bei Amazon nach. Wenn schon, denn schon.

Meine Güte, was für eine Aufregung.

Und dann machte ich aus meiner Not eine Tugend, was ich bis heute für eine clevere Idee halte :D Ich habe einen Post gemacht, bei dem ich nach Buchbloggern gesucht habe. So konnte ich keine negativen Absagen erhalten, denn es bewarben sich einfach die, die Interesse hatten. Und dadurch fand ich viele tolle Blogger, die mich teilweise bis heute unterstützen.

 

Am 25. Dezember, ungefähr einen Monat später, war ich dann in den Top 100 mit „Die Todesküsserin“. Für mich war es damals das Beste, was passieren konnte, dass ich das Buch erst nicht veröffentlicht bekommen habe, weil ich dadurch das perfekte Cover samt Titel erhalten habe. Außerdem war es auch mega, dass mein KrimiThriller dann versehentlich zu früh rauskam. Ich konnte nämlich das Weihnachtsgeschäft mitnehmen. Die ganze Buchwelt half mir enorm, denn aufgrund der Geschichte hatten viele Mitleid und haben mich mit dem Kauf von dem eBook für nur 0,99 € (Einführungspreis) unterstützt. Danke an dieser Stelle noch mal für jeden von euch.

 

Ich habe daraus drei Sachen gelernt:

1. Immer, wenn etwas nicht klappt, egal wie oft ich es versuche, hat es eine Bedeutung. Ich frage mich dann jedes Mal: Was übersehe ich gerade?

2. Außerdem zeigt es mir, dass ich auf mein Gefühl vertrauen kann.

3. Und, dass es super wichtig ist, auf Experten zu vertrauen, denn ohne dieses Cover und den Titel wäre das Buch niemals so erfolgreich durch die Decke gegangen.

Manchmal ist es nicht leicht zu entscheiden, wann man lieber auf sich selbst hört und wann man anderen vertraut, aber ich glaube schon, dass man es unterbewusst immer fühlt. Und wenn man kein Gefühl oder keine Meinung hat, dann am besten immer gleich zum Experten gehen. (Kennst du schon meinen Blogbeitrag: Wie werde ich Experte?)

 

Ich hoffe du konntest für dich etwas mitnehmen oder fühltest dich zumindest erheitert durch meine Anfängerfehler :D

Willst du dir Zeit sparen, indem du meine Fehler vermeidest und dir meine wertvollsten Tipps zum Veröffentlichen holen? Dann melde dich doch gern für einen Coaching-Call bei mir.

 

Was waren deine Pannen beim Veröffentlichen?

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0