BuchBerlin 2019

BuchBerlin

Mein erster Messe-Stand 😊 und meine besten 11 Tipps

Ich erinnere mich noch gut an das letzte Jahr, als ich das erste Mal auf der BuchBerlin war. Ich fühlte mich noch nicht richtig zugehörig, weil ich noch kein Buch rausgebracht hatte. Ich war so ungeduldig und wollte endlich eine richtige Schriftstellerin sein, die Ergebnisse vorzuweisen hat. Herrje.

Und nur ein Jahr später habe ich meinen ersten Messe-Stand und drei Werke veröffentlicht. Eins davon (Das Buch deines Lebens) war sogar vier Monate auf der Bild Bestseller Liste. Das ist so der Wahnsinn, dass ich immer noch glaube, zu träumen.

Den Stand habe ich mir mit Claudia Giesdorf geteilt und neben uns stand die liebe Nadine Teuber. Wir waren echt ein gutes Team, auch wenn wir nicht viel Zeit zum quatschen hatten, war es schön, die Zeit gemeinsam zu verbringen.

Die BuchBerlin ist die dritt größte Buchmesse. Im Gegensatz zu den anderen großen Messen sind die Messestände jedoch bezahlbar. Da Claudia und ich uns den Stand geteilt haben, habe ich die Kosten sogar wieder reinbekommen, was nicht selbstverständlich ist und mich wahnsinnig dankbar macht.

Ich finde diese Messe sehr familiär und nicht so unpersönlich. Wir hatten viel Zeit, mit den Lesern zu plaudern und es fanden herrliche Gespräche statt. Man merkt aber auch, dass man in Berlin ist, was folgende Geschichte zeigt:

Eine Dame kommt bei uns vorbei und nascht unsere Süßigkeiten. Dann fragt sie, ob wir dafür eine Watschen wollen. Ich hatte das Wort bis dato nicht gehört, aber Claudia erklärte mir, dass es sich um Ohrfeigen handelt. Ehm. Entschuldige? Die Dame möchte mir als Dank für meine Süßigkeiten eine Schelle geben? Sind sie so unlecker? :P

Naja, nun aber zu dem informativen Teil. Meine wichtigsten 11 Tipps für die nächste Messe:

-          Besorge dir eine ordentliche Tischdecke. Sie sollte groß genug sein und die Farbe sollte zu den Büchern passen. Also schwarze Tischdecke und schwarze Bücher wären wenig sinnvoll.

-          Bastel dir Preis-Schilder. Es gibt ja unterschiedliche Auffassungen, ob Preis-Schilder sinnvoll sind oder nicht, aber ich persönlich mag es, vorher zu wissen, wie teuer etwas ist, bevor ich mich damit befasse. Außerdem ist es eine super Möglichkeit, auf Messe-Rabatte hinzuweisen oder auf den Erfolg der Bücher. Es war mir erst etwas unangenehm, aber am zweiten Tag, als wir die Preis-Schilder eingeführt hatten, schrieb ich auf das Schild für „Das Buch deines Lebens“, BILD-BESTSELLER. Ja, ich komme mir blöd dabei vor, aber eigentlich ist das Quatsch. Es wurden an dem Tag viel mehr von den Büchern gekauft als am Tag zuvor (muss nicht damit zusammenhängen, ist mir aber aufgefallen), außerdem ist es wieder ein wirkungsvolles Mittel, um mit den Lesern ins Gespräch zu kommen.

-          Besorg dir ein Roll Up. Anscheinend verkauft man doppelt so viel, wenn man diese großen Roll Ups für seine Buch-Veranstaltungen nutzt. Bisher habe ich das nicht, doch für die nächste Messe werde ich mir das definitiv besorgen. Kostet eigentlich auch gar nicht so viel. Zwischen 30 und 70 Euro, wenn man mal eine Kurz-Recherche einlegt. Und man kann sie ja natürlich für alle Events nutzen. Messen und Lesungen gibt es ja genug im Jahr und man sieht irgendwie so viel professioneller aus.

-          Professionell wirken, (gern auch sein). Generell habe ich das Gefühl, um so mehr solcher Tipps man befolgt, desto professioneller wirkt man und desto mehr Bücher verkauft man.

-          Quittungsblog. Für deine Buchhaltung ist es definitiv gut, einen Quittungsblog dabei zu haben. Außerdem fordern manche Leser auch eine Rechnung. Befasse dich vorher damit, wie man so eine Quittung auszufüllen hat.

-          Wechselgeld. Nimm unbedingt Wechselgeld mit!

-          Goodies basteln. Ich persönlich finde es ja immer schön, Goodies zu verteilen. Leider habe ich es nicht geschafft, so viele tolle Sachen zu organisieren wie bei der Leipziger Buchmesse, aber natürlich gab es nicht nichts. Ich hatte ein paar Todesküsse (vegane Gummi-Lippen) verteilt, damit meine Todesküsserin Aufmerksamkeit erhält, was super funktioniert hat. So gut, dass die Leser alle enttäuscht waren, weil ich das Buch nicht dabei hatte :P Ist aber nicht so schlimm, denn ich konnte auf mein neues Buch verweisen und ich denke ca. die Hälfte hat dann das gekauft. Es hat also funktioniert.

Ich hatte Lesezeichen und Postkarten von meinen Büchern dabei und Taschentücher mit Todesküssen. Das Cover und Titel eignen sich aber auch mega gut für Goodies.

Dann haben Claudia und ich gemeinsam Plätzchen gebacken. Sie hat Messer gebacken, weil Thriller und so und außerdem Glühbirnen gemacht, weil unsere neuen Bücher beide mit dem Wort Licht sind. Was für ein Zufall. „Mach das Licht an“ und „Das Licht am Ende“. Und ich habe, ihr ahnt es schon, Todesküsse gebacken :)

Ich fand die Idee toll, denn sie hat unseren Stand einfach verschönert, Leute angelockt und unseren Zuckerhaushalt auf Vordermann gehalten. Ist auch billiger als so manch andere Idee, aber man braucht Zeit. Einkaufen, backen, bemalen, trocknen und vor hungrigen Mitbewohnern beschützen muss eingerechnet werden.

Nächstes Mal werde ich wahrscheinlich wieder Goody Tüten zusammenstellen, weil ich es einfach schöner finde, den Leuten etwas in die Hand zu drücken und sie zu beschenken, aber mal sehen was mir bis dahin noch für Ideen kommen. Ursprünglich dachte ich ja an Streichhölzer, weil „Mach das Licht an“, aber das ist ja auch immer eine Kostenfrage. Ich hoffe ich achte beim nächsten Buch schreiben darauf, etwas einzubauen, dass Goody-freundlich ist 😊

-          Auffällige Klamotten. Klingt vielleicht ein bisschen, als versuche ich Bild-Überschriften zu kopieren, aber mir wurde am ersten Tag geraten, etwas Rotes anzuziehen, damit man mich besser erkennt. Hab ich tatsächlich dann getan, ob es was gebracht hat, weiß ich nicht, aber ich konnte mich an die zwei Damen erinnern, die rot getragen hatten, also glaube ich, dass da was dran ist. Und wenn nicht, kommt so wenigstens mal eine andere Farbe bei mir auf den Tisch, … ehm, an den Stand.

-          Gewinnspiel. Zu dem Thema habe ich verschiedene Gedanken. Bei dem Meet & Greet mit Johanna Kramer auf der Frankfurter Buchmesse verschenkten wir unsere Bücher, was dazu führte, dass sie keiner mehr kaufte. War irgendwie doof. Dann dachten wir dieses Mal, dass wir die Leser vielleicht mit einem Gewinnspiel zu uns an den Stand locken, was ich gar nicht so schlecht finde von der Idee her, doch wir hatten keinen richtigen Platz, um das den Leuten zu zeigen. Ein Plakat hing an unserem Tisch, doch da standen ja immer Leute und es hatte so gut wie niemand von selbst mitbekommen, dass es ein Gewinnspiel gab, also war die Idee wahrscheinlich gut, die Umsetzung nicht, und damit war es irgendwie Quatsch. Diesmal dachten wir, verlosen wir einen Thalia Gutschein, weil Leute, die bei uns Bücher kaufen, ja wahrscheinlich Lese-Liebhaber sind.

Eine Woche später auf einer gemeinsame Lese-Nacht mit verschiedenen Autoren testeten wir übrigens bereits gelesene Bücher zu verschenken. Das kam gut an, führte aber dazu, dass Leser, die unsere Bücher kaufen wollten, dann ohne nach Hause gingen. Das Ziel solcher Gewinnspiele soll ja aber eigentlich sein, dass wir Leser finden. Nicht immer natürlich. Bei meinen Newsletter Abonnenten verlose ich meine Bücher einfach so als Dankeschön.

Für unser Gewinnspiel auf der Messe habe ich mir etwas von einer Autorin von der Leipziger Buchmesse abgeguckt. Wir haben den Gewinnspiel-Teilnehmern nämlich gesagt, dass sie die Losnummer auf unserer Website nachschauen können und somit locke ich sie gleich noch zu mir. Wenn ich Glück habe, gefällt ihnen meine Seite und sie schauen sich sie näher und öfter an oder meine anderen Bücher oder sie tragen sich in den Newsletter ein. Das wäre natürlich toll.

Die Losnummer lautet übrigens 21.

Ich finde das Thema jedenfalls sehr spannend und würde mich hier über eure Meinungen freuen.

-          Small Talk führen. Ich stand fast die meiste Zeit, um den Leuten zu signalisieren, dass ich motiviert bin und Lust habe, mit ihnen zu reden. Ich sagte ihnen meistens, dass sie sich gern an unseren Backwaren bedienen dürften und so gab ich denen dann die Chance, mit mir ins Gespräch zu kommen oder eben nicht. Wenn sie nicht wollten, ließ ich sie einfach in Ruhe lesen.

Manchmal standen bei mir Leute am Stand, die auf jemanden warteten, der sich gerade mit Claudia unterhielt und so kam ich dann mit denen ins Gespräch. Irgendwie redeten wir dann über die Entstehung meines Buches und nach zwanzig Minuten lachen und labern kauften drei von ihnen das Buch, weil sie ja nun die Entstehung und das Setting kannten und angefixt waren. Das war toll 😊

-          Flyer anderer verteilen? Ich hielt es vorher für eine gute Idee, Flyer einer Kollegin zu verteilen. Außerdem organisierten wir gerade die Lesenacht für das Wochenende darauf und wir wollten auch Flyer dafür verteilen. Ich sage euch, der Wille war da, aber ich habe nie daran gedacht.

Ich bin bei diesen Messe-Gesprächen doch aufgeregt und etwas durch den Wind. Reden, signieren, bezahlt werden und Wechselgeld richtig rausgeben, Losnummer vergeben und vorher natürlich hoffen, dass man einen neuen Leser gewinnt. Ich werde sowas nicht mehr annehmen, weil ich sonst die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen habe. Aber dafür verschicke ich diese Sachen gern mit meinen Bücherpaketen, wenn Leser bei mir Bücher kaufen.

In diesem Sinne, entschuldige Sandra. Schaut gern bei ihr vorbei :D

-          Stuhl dazu buchen. Auch wenn ich kaum saß, war es doch toll, einen Stuhl am Stand zu haben, damit man mal kurz sitzen konnte. Mein Rücken war das Stehen nicht gewohnt.

-          Essen und Trinken oder tolle Familie haben :D Da wir den ersten Tag das erste Mal gegen fünf kurz gesessen haben, kam auch das Essen und Trinken zu kurz. Sich dann noch was zu kaufen hätte noch mehr Zeit gekostet, so hatte ich meine Verpflegung von zuhause mitgebracht UND Claudias Familie hat uns regelmäßig mit Süßkram versorgt. Man war das toll. Außerdem hatten wir eine tolle Leserin, die uns sogar Studentenfutter geschenkt hat. Sooooo toll!! Ich hätte heulen können vor Rührung. Und ein Weihnachtsgeschenk gab es auch von Emilia de Luca, deren Podcast Eröffnung ich unterstützen durfte. Könnt ihr euch vorstellen, was für Energie so eine Messe gibt? Wow!!!

 

Am Ende wollte ich noch kurz erwähnen, warum so ein Messebesuch sich noch lohnen kann.

Von der Energie habe ich ja schon erzählt. Außerdem ist es immer wieder toll zu sehen, mit wem man sich ständig in den sozialen Medien schreibt und seine Leser persönlich kennenzulernen und zu reden. Ich liebe es, deren Fragen zu beantworten.

Du kannst neue Leser gewinnen. Ich bin so gespannt, ob ich ein paar der neuen Leser nächstes Jahr wieder sehe und wie sie meine Bücher fanden.

Noch dazu kommt, dass es auf diesen Buch-Veranstaltungen ja auch noch andere Kontakte gibt, die man knüpfen kann. Mir hat sich eine Selfpublishing Agentur vorgestellt, eine Bibliothek wollte eine Buchspende, was ich natürlich gern unterstützte und ich habe mein viertes Hörbuch Angebot bekommen, was meeegaaa toll klingt. Ich denke, es gibt bald Neuigkeiten dazu 😊

Es ist auch schön, dass man nicht mehr tausend Treffen zu tausend Zeiten und Orten organisieren muss, sondern man sagt, komm doch bitte an meinen Stand. Das vereinfacht so ein Messeleben enorm.

Also ihr seht schon, meine Messeerfahrungen werden von Mal zu Mal besser 😊 Wenn ich da an meine erste Messe auf der Frankfurter Buchmesse denke, oh je.

Ich wünsche euch von Herzen solche tollen Messetage und freue mich schon auf die nächste. Ich habe mich nämlich direkt für die Buch Saar angemeldet, nachdem ich seit Frankfurt darüber nachdenke und dann bei der BuchBerlin Leute aus dem Orga-Team kennengelernt habe. Zum Thema Vernetzung 😊

Habt ihr noch Tipps und was haltet ihr von Gewinnspielen? Welche findet ihr gut?

 

  „Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen“.

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