Ein Newsletter für Autor_innen?

Ja

Nein oder

aus dem Fenster springen?

 

Immer wieder höre ich, wie wichtig es besonders als Selfpublisher ist, einen Newsletter zu versenden. Newsletter-Marketing nennt sich das Zauberwort. Ich habe damit jetzt einige Erfahrungen gemacht und wollte euch daran teilhaben lassen, da viele von euch vor den gleichen Fragen stehen.

 

Erst einmal möchte ich das Ja oder Nein ansprechen. Das aus dem Fenster springen kommt später :P

Ich denke, dass es auf jeden Fall sinnvoll ist, wenn man es richtig anstellt.

1.)    Folgendes ist gar nicht mal so unrealistisch. Du wachst morgens auf und dein Instagram Account wurde von Instagram selbst gelöscht. Du weißt nicht wieso, kannst nichts dagegen tun und alle deine - teilweise jahrelang gesuchten - Follower sind einfach weg. Aber heute war doch der Tag, an dem du die Veröffentlichung deines neuen Buches verkünden wolltest? Kann nicht passieren? Unrealistisch? Tja, einem Kollegen ist das in der Tat letztes Jahr passiert.

2.)    Werde dir außerdem klar darüber, dass die ganzen sozialen Netzwerke machen dürfen, was sie wollen. Wenn sie also entscheiden, von nun an muss man für jeden Post bezahlen oder so wie es jetzt schon oft passiert, sie verändern den Algorithmus, dass du Reichweite nur noch mit Kohle ausgeben erreichen kannst, dann kann ich nur sagen, der Newsletter kostet nichts. Zumindest am Anfang und bis zu einer bestimmten Abonnentenzahl (je nach Anbieter).

 

Was soll ich denn da reinschreiben? Wieso sollte sich dafür jemand eintragen?

Tja, also wieso lesen sie etwas von dir auf den sozialen Netzwerken? Weil sie es spannend finden, was Autoren so treiben, weil sie mehr über die Entstehung deiner Bücher erfahren wollen oder auch über das Autorenleben ganz allgemein. Sie wollen nicht verpassen, wann dein nächstes Buch erscheint oder vielleicht sogar schon mal etwas reinlesen.

Außerdem kannst du ihnen einen Mehrwert bieten. Eine Kollegin zum Beispiel bietet ihren Lesern Kurzgeschichten zu ihrem Buch an. Sie schreibt bestimmte Szenen aus einem anderen Blickwinkel. Das kommt mega gut an, denn wenn du ein Buch liebst, dann willst du doch alles lesen, was es noch so dazu gibt. Du kannst auch gestrichene Szenen verschenken und erklären, wieso diese Szene rausmusste oder du versendest Lebensläufe der Figuren und Interviews mit den Protagonisten.

Ich zum Beispiel schreibe einen Kurz-Thriller „Vergangene Schatten“ und verschicke jeden Monat ein Kapitel. Manchmal dürfen die Leser darauf Einfluss nehmen und mitentscheiden, wie es weiter gehen soll, da ich das wirklich jeden Monat erst schreibe.

Sie sollten auf jeden Fall einen Grund haben, warum sie dir nicht nur in den Netzwerken folgen, sondern deinen Newsletter abonnieren. Werde kreativ 😊

 

Wenn ihr also nun überzeugt seid, kommt die Frage nach dem Anbieter und das ist wirklich die Qual der Wahl.

Ich berichte euch einfach mal meine Erfahrungswerte.

Begonnen habe ich mit Mailchimp. Warum und wieso weiß ich nicht mehr genau, aber das war in aller Munde UND es gab ein Tutorial bei YouTube, durch das ich das Ganze überhaupt hinbekommen habe. Ich bin technisch echt nicht bewandert und brauche bei sowas immer Schritt für Schritt Anleitungen, besonders, wenn das alles auch noch auf Englisch ist.

Durch die Videos war das Einrichten wirklich leicht. Nun habe ich also ein Jahr lang jeden Monat eine Mail verschickt. Doch ich hatte des Öfteren Probleme. Zum Beispiel bekam ich nach der Versendung eines Newsletters plötzlich Fragen nach meinem Wohlbefinden. Anscheinend hatte Mailchimp irgendwas mit den Übersetzungen nicht ganz verstanden und hat meinen kompletten Text versaut. Teilweise verschluckt, aus dem Du ein Sie gemacht und eigentlich konnte man überhaupt nicht mehr verstehen, was ich geschrieben habe. Das war peinlich. Ich klicke also nicht mehr auf Seite übersetzen lassen, bevor ich den Newsletter versende, seitdem geht’s. Dennoch habe ich immer mal wieder ein paar kleine Probleme. Für den Anfang habe ich es jedoch nicht bereut, dass ich dort bin. Denn es war ein guter Einstieg und ich verstehe jetzt einiges mehr als vor einem Jahr.

Nun plane ich jedoch etwas Großes. Ich habe eine Website für mein neues Buch erstellt, dass ich wegen des Genrewechsels unter Pseudonym rausbringen muss. Dafür plane ich einen eigenen Newsletter und ich wollte einen Anbieter, bei dem ich wirklich keine Probleme mehr habe, denn ich möchte da schließlich viele Menschen mit erreichen.

Da ich den Onlinekurs Listenzauber bei Katharina Lewald gebucht habe und sie dort ständig von Active Campaign schwärt und sogar technische Erklärungsvideos im Kurs enthalten sind, habe ich das getestet. Ihr wisst ja, ich bin ein Fan von erklären lassen. Also dank der Videos lief das alles super easy und ich finde den Aufbau wirklich sehr schön und einfach, aber leider kostet das Ganze und ich investiere zwar viel in mein Business, aber ich möchte auch Kosten vermeiden, wenn es geht. Ich war dezent überfordert mit der Entscheidung und fuhr erst einmal in den Urlaub.

Nun wieder zurück, so kurz vor der Veröffentlichung meines neuen Buches musste ich endlich in die Puschen kommen und mich entscheiden. Die liebe Anke hatte mir inzwischen einen Link geschickt, auf dem zahlreiche Anbieter empfohlen werden. Leute, danach wusste ich gar nichts mehr. Hier kommt dann der Moment mit dem Fenster. Ich war schon kurz davor, es mir leicht zu machen, und bei Mailchimp zu bleiben, doch eigentlich wollte ich wachsen und nicht wieder den einfachen, aber nicht besseren Weg gehen. Zum Glück hatte Mailchimp aber keine Automatisierung und die brauchte ich für mein neues Projekt dringend. Also bliebt mir zum Glück nichts anderes übrig, als weiterzusuchen.

Ich stieß immer wieder auf Mailerlite. Kolleginnen haben mir das bereits mehrfach empfohlen, aber es gab doch keine Tutorials :P Ich testete es dann doch und stellte fest, dass war alles ziemlich selbsterklärend, wahrscheinlich weil ich aber auch schon Erfahrungen gesammelt hatte. Die Benutzeroberfläche gefällt mir sehr, das Design ist ebenfalls schön und die Einrichtung war ohne Hilfe einfach. Lediglich bei der Automatisierung hat mir die liebe Johanna Kramer geholfen. Warum ich mich immer so schwer damit tue, mir Hilfe zu holen weiß ich auch nicht, aber das wird ein anderer Beitrag.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich bin. Endlich ist eine wichtige Sache, vor der ich mich so lange gedrückt hab, geklärt.

 

Nun also zu meinen Erfahrungen und Plänen.

Auf meiner ersten Website habe ich damals zunächst den Newsletter eingebunden. Weil es mich genervt hat, jeden Monat aufs Neue zu überlegen, was der Mehrwert sein könnte, habe ich mich dafür entschieden, jeden Monat ein Kapitel des Thrillers zu verschicken. Später dann habe ich eine extra Landingpage erstellt, bei der man besser sehen kann, dass man von mir jeden Monat ein Kapitel eines Thrillers erhält. Außerdem kann ich den Link besser verschicken als nur auf meine Website zu verweisen. Das Ganze sieht dann so aus.

Ich berichte monatlich von meinen aktuellen Erlebnissen. Messebesuche, erstes Meet & Greet, Eroberung der Thalia Filialen und so weiter. Die Leute freuen sich wirklich mit mir mit und ich habe schon sooo liebevolle Nachrichten bekommen, das motiviert mich ungemein.

Ob ich mit meinem Newsletter erfolgreich bin?

Ich würde sagen, das liegt am Betrachter, aber quantitativ eher nein. Denn ich habe den zunächst nirgends angepriesen, vermutlich weil ich mich damit nicht so wohl gefühlt habe. Denn wenn man weiß, man übt noch und ständig passieren Fehler, dann ist man eher erleichtert, wenn sich nicht so viele Leute eintragen und vor allem keine Fremden. Jeden Monat, wenn ich in den sozialen Netzwerken mal erwähnt habe, dass ich gerade den Newsletter vorbereite oder ein Gewinnspiel plane etc., dann bekomme ich ein, zwei Abonnenten dazu, aber das steht immer noch in keinem Verhältnis zum Aufwand. Da der aber Spaß macht, ist das nicht so wild. Und dafür habe ich wirklich tolle Leute im Newsletter. Also qualitativ wohl ein klares Ja.

Das soll nun dennoch alles anders werden. Bei meinem nächsten Thriller (der gerade im Lektorat ist), habe ich ein offenes Ende zu einer bestimmten Person eingebaut und ich werde im Nachwort darauf hinweisen, dass man sich in meinem Newsletter anmelden kann, um das Kapitel aus der Sicht der Person zu bekommen, dass alles aufklärt.

Für das Buch deines Lebens, also mein neues Buch, habe ich einen anderen Plan. Dafür muss ich zunächst etwas über das Buch erklären. Die Protagonistin Jule Pieper ist unzufrieden mit ihrem Leben und findet das Buch deines Lebens. In diesem sind Lektionen, die sie bearbeiten muss, um es zu verbessern. Man könnte sagen, dass es sich um einen humorvollen Ratgeberroman handelt, den ja meistens Menschen lesen, die gern etwas verändern wollen und wenn es nur ums Ausmisten geht. Also bekommen sie von mir alle zwei Wochen einen Impuls, damit sie am Ball bleiben, denn wie oft liest man etwas, nimmt sich vor, dies oder jenes zu tun und dann vergisst man es wieder. Hierfür benötigte ich die Automatisierung, denn ich kann heute alles einstellen und vorbereiten und dann bekommen die Leser ihre Mails für die nächsten xy Monate, je nachdem, wie viele Mails ich vorbereite. Das ist genial. Nur einmal Aufwand und dann entspannen. Herrlich :P

Da es sich um eine Reihe handelt, kann ich dann so auch alle Leser informieren, wenn der zweite Band rauskommt. Und sie verbinden mich mit etwas Positivem, damit, dass ich sie zum lachen oder nachdenken bringe, sie motiviere. Da ich irgendwann mal einen Onlinekurs geben möchte, ist das sehr gut, denn sie wissen schon, ob sie mich mögen und mit meiner Art klarkommen. Dies habe ich diesmal ins Nachwort geschrieben und ich bin wirklich unfassbar gespannt, ob es funktionieren wird.

Hier also mein neuer Newsletter. Drückt mir die Daumen. Momentan arbeite ich noch viel daran, aber erstmal steht er und das ist das Wichtigste.

 

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Erfahrungen ein bisschen helfen. Schreibt mir gern, wo ihr gerade steht.