Interview mit Bettina Hampl

Liebe Bettina,

 

es ist mir eine Ehre, dass du auf meinem Blog ein paar Fragen beantwortest.

 

Vielen angehenden Autoren habe ich schon von dir erzählt. Du warst schließlich der erste Mensch, dem ich begegnet bin, der sagte, dass man vom Schreiben leben kann. Ich habe schon so einige deiner Kurse besucht und war jedes Mal begeistert und motiviert danach.

Stelle dich doch gern mal meinen Lesern vor 😊

 

Ich arbeite als Dozentin, Lektorin, als Schreibcoach, und ich schreibe selbst. Ich komme vom bewegten Bild, vom Fernsehen, habe dort das Handwerk gelernt. Als Fernsehautorin und Redakteurin habe ich vor allem für das ZDF gearbeitet. Neben meiner dokumentarischen Arbeit habe ich fiktionale Kurzfilme geschrieben und Regie geführt. Außerdem habe ich Kurzgeschichten veröffentlicht, bei der Hörfunkkrimireihe „Der Ohrenzeuge“ mitgeschrieben, in Zusammenarbeit mit anderen eine Sitcom entwickelt, ein Libretto für eine Musical-Komödie geschrieben und noch einige Dinge mehr. Schließlich werde ich 55 in diesem Jahr.

 

Was schreibst du selbst gern am liebsten?

 

Im Moment arbeite ich mit Karsten an einem Thriller. Das tue ich sehr gerne.

 

Wie viel Zeit benötigst du, wenn du ein Buch oder eine Kurzgeschichte schreibst?

 

Bisher habe ich bei Büchern immer mit anderen zusammengearbeitet. So bin ich z. B. gemeinsam mit Andreas Gruber und Titus Müller im Schreibbegleiter „Anschaulich schreiben“ zu finden. Mein Anteil des Buches war relativ rasch fertig und ging auf einen Fachartikel von mir zurück. Ich wusste auch genau, was ich schreiben wollte. Mit Michael Frowin habe ich eine Zeit lang zusammengearbeitet und z. B. fürs Theater geschrieben. Das hat immer länger gedauert, so haben wir bestimmt ein Jahr an unserer Musical-Komödie gesessen. Am längsten hat mich aber eine Kurzgeschichte begleitet, die bereits 2004 in einer Anthologie veröffentlicht wurde, und von der ich glaube, dass sie erst jetzt – 2019 – endgültig fertig ist.

 

Sowas kenne ich auch. Man beginnt einen Text, überarbeitet ihn im Laufe der Jahre immer wieder und fügt teile hinzu . Vielleicht wird die Geschichte nie fertig, weil sie mit einem zusammenwächst. 

Mich würde noch interessieren, wie deine Schreibroutine ist?

 

Ich schreibe, wenn ich Zeit habe. Und die habe ich nicht jeden Tag. Ich bereite Kurse vor, mache Lektorate, begleite andere Schreibende, usw. Aber wenn ich zu lange nicht schreibe, werde ich nörgelig. Das bekommt weder den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, noch mir selbst. Diesem Signal folge ich immer, setze mich hin und schreibe.

 

Das mit dem nörgelig werden kenne ich auch sehr gut :) W

as ist für dich der wichtigste Schreibtipp?

 

Show, don`t tell.

 

Was sind deine Herausforderungen als Schreibdozentin, aber auch als Autorin?

 

Manchmal geht es sehr langsam vorwärts, ich scheine nicht den richtigen Ton zu finden, wirklich zu verstehen, was eine Figur ausmacht oder wie ein Mensch tickt. Aber dann ziehe ich mich zurück – bloß kein Drama drausmachen! – und ich finde eine Lösung.

 

Was würdest du jemandem empfehlen, der vom Schreiben leben möchte?

 

In Berlin zu leben, damit er/sie von der kreativen Szene hier profitieren kann. Viel rausgehen, eigene Texte lesen und Leute kennenlernen, die weiterhelfen. Das Handwerk wirklich gut lernen, VG Wort beitreten, sich bei der Künstlersozialkasse bewerben. Eine Präsenz in den sozialen Medien aufbauen. Und natürlich: Viel lesen. Viel, viel, viel schreiben.

 

Das klingt doch machbar :) (morgen ziehen alle nach Berlin :) )

Verrate uns doch noch, wie man dich finden kann, wenn man an einem Kurs von dir interessiert ist.

 

Ihr braucht mich nur zu googeln: https://bettinahampl.weebly.com/

 

 

Ich danke dir von ganzem Herzen und freue mich auf deinen nächsten Kurs 😊

 

Vielen Dank für das Interview! Liebe Grüße!