In der Ruhe liegt die Kraft

Vom Irrglauben, sich Kreativität vorzunehmen.

 

Ich weiß, der Spruch ist abgedroschen, doch das ändert nichts an seiner Richtigkeit.

In den letzten Wochen sehe ich oft, wie Menschen um mich herum versuchen, sich Zeit zu nehmen, um kreativ zu sein, doch es funktioniert nicht. Sie ärgern sich darüber, zweifeln an sich und kommen regelmäßig zu dem Punkt, alles hinschmeißen zu wollen. Ich kenne das. So ging es mir damals auch, als ich zwölf Stunden im Büro saß und keine Energie mehr für die schönen Dinge des Lebens hatte.

 

Oft hatte ich das Gefühl, dass mich der Stress inhaliert und in eine zugemölte Ecke eines staubigen Kellers ausspuckt.

 

Oft hatte ich das Gefühl, dass mich der Stress inhaliert und in eine zugemölte Ecke eines staubigen Kellers ausspuckt. Wie soll man da kreativ sein? Ehrlich, das geht nicht, und wenn dann nur unter Qualen und Schreiben soll doch nicht wie Folter sein.

Dennoch hatte ich mir immer wieder vorgenommen, wenn ich nach Hause komme, schreibe ich. Aber als ich nach Hause kam, war ich so fertig, dass mein Gehirn geplatzt ist und den Rechner anschalten, um zu schreiben, dafür hatte ich wirklich keine Energie mehr. Es ging gerade mal ein Netflix Film. Berieseln lassen war alles, was ich noch geschafft habe, doch ohne es zu genießen, denn in mir herrschte Druck. Ich wollte doch schreiben. Und Unverständnis, denn ich liebe es doch zu schreiben, warum tue ich es dann nicht? Das schlechte Gewissen zerrte an meinen Nerven und ich begann an mir zu zweifeln.

 

Wenn das Leben nur noch aus Stress besteht, solltest du dir vornehmen, dir Zeit für dich zu gönnen, dann kommt der Rest von allein.

 

In meinem neuen Leben bin ich nun einige Erkenntnisse schlauer. Ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass ich mir nicht vornehmen darf, kreativ zu sein, sondern mir Zeit für mich selbst zu nehmen. Ich plane nicht, eine Idee für ein Buch zu entwickeln, sondern ich plane, dass ich mir Zeit für einen Spaziergang nehme. Sobald ich den Stress loslasse und mir Zeit für mich selbst gönne, prasseln die Ideen für ein neues Projekt auf mich ein. Wie Hagelkörner kommen sie auf mich zugeflogen. Mittlerweile kann ich dem total vertrauen, doch es war ein langer Lernprozess. Wenn man tausend Pläne und Ideen hat, Zeitdruck und Deadlines, dann ist es schwer, loszulassen und sich zu entspannen, doch wenn man merkt, dass es sich lohnt, dann wird es leichter.

Mittlerweile habe ich diese „Me-Time“ fest in meinem Alltag eingeplant. Genauso wie ich Zeit für meine Aufgaben blocke, plane ich auch immer Zeit für Meditation, Reiki, Spaziergänge und Sport ein. Wenn ich merke, dass der Stress wieder überhandnimmt, dann schalte ich mein Handy aus und gehe in die Natur. Es ist so krass, wie schnell man dann zu Energie und Kreativität kommt. Auch in meinem Umfeld höre ich immer wieder, dass Kollegen plötzlich schreiben konnten, als sie sich vorgenommen hatten, es nicht zu tun.

Deshalb heute von mir der Impuls, es einfach mal zu versuchen. Sich Zeit nehmen für Zeit ohne Handy und Ablenkung oder einen Spaziergang im Wald oder Park. Es gilt hier natürlich wie immer, das sind meine ganz persönlichen Erfahrungen, die bestimmt einigen helfen können, aber nicht auf jeden zutreffen. Ich hoffe sehr, dass sie dem ein oder der anderen helfen und ich freue mich über Feedback, was eure Erfahrungen diesbezüglich sind.