Interview mit Loki Miller

Liebe Loki,

ich bin total froh, dass ich dich im Schreibcamp kennenlernen durfte und habe festgestellt, dass es einige Parallelen in unserem Leben gibt.

Aus diesem Grund freue ich mich besonders, dass du uns hier heute ein paar Tipps geben möchtest.

Am besten stellst du dich einmal für meine Blogleser und -leserinnen vor.

 

Ich schreibe unter dem Pseudonym Loki Miller Liebesromane, die alle in und um Frankfurt am Main herum spielen. Mein richtiger Name ist kein Geheimnis, aber er ist für einen Autor viel zu langeweilig. J Ich bin 38 Jahre alt, lebe in einem kleinen Dorf im Taunus und bin neben dem Schreiben noch berufstätig in meinem Job als Bürokauffrau. Die Protagonisten in meinen Romanen sind starke Frauen, die keinen Versorger, sondern einen gleichberechtigten Partner suchen, und jede Menge Humor haben. Denn Lachen gehört auch zu meinem Leben wie Spieleabende, Schokolade, Kaffee und natürlich Bücher.

 

Wie bist du dazu gekommen, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen?

 

Das war an einem Tag im Eisstadion in Bad Nauheim während eines Eishockeyspiels. Ich selbst bin zwar unfassbar unsportlich, liebe es aber anderen dabei zuzuschauen. J Und wie aus dem nichts kam dann auf einmal der Gedanke: „Hey, das wäre doch cool, wenn jemand mal einen Roman schreiben würde, der in Bad Nauheim spielt.“ Da ich sehr ungeduldig bin und nicht warten wollte, bis irgendjemand das irgendwann einmal machen würde, habe ich diese Geschichte selbst geschrieben.

 

Wie lang benötigst du von der ersten Idee bis zum Tag der Veröffentlichung?

 

Bei Liebesromanen vergeht in der Regel ungefähr ein halbes Jahr. Ungefähr einen Monat brauche ich, um mir über die Basics wie Thema, Protagonisten, und das Setting Gedanken zu machen. Ich bin kein Plotter, brauche aber zumindest diese Informationen, um die Geschichte dann während dem Schreiben weiter zu entwickeln. Dann vergehen circa 3-4 Monate, in denen ich die Geschichte schreibe. Danach muss ich sie erst einmal ruhen lassen und mich mit etwas anderem beschäftigen, bevor die von mir so gehasste Überarbeitungsphase beginnt. Ist die beendet, sind die Testleser dran. Dann noch Lektorat, Korrektorat, Cover, Werbemaßnahmen entwickeln und sobald der Knopf zur Freigabe gedrückt ist, kann man eigentlich nur noch hoffen und beten.

 

Oh ja, das Hoffen und Beten kenne ich gut :)

Hast du Hilfe bei der Erstellung deines Buches? (Hast du Testleser, Freunde, etc. die dich unterstützen)

 

Ich habe tolle Testleser, die mir ehrlich ihre Meinung sagen und schon so einige Plotlöcher entdeckt haben. Meine Freunde müssen immer herhalten, wenn ich während des Schreibens feststecke. Es hilft mir sehr, wenn ich einfach nur jemandem den Plot erzählen kann. Derjenige muss noch nichtmal groß etwas dazu sagen, denn während ich so laut vor mich hin überlege, kommt mir meistens die entscheidende Eingebung. Und natürlich hilft auch die Unterhaltung mit Autorenkollegen, die noch einmal eine ganz andere Sicht auf den Plot haben.

 

Welches deiner Bücher ist dein Liebstes und warum?

 

Das ist echt eine gemeine Frage. Natürlich liebe ich alle meine Bücher. :D

Das Schöne ist, dass ich mich und meinen Schreibstil mit jedem Buch weiterentwickle. Von daher wird wohl immer das jeweils aktuellste Buch mein Favorit sein. Derzeit ist das „Symphonia Culinaria“ über einen gescheiterten Sternekoch und eine Straßenmusikerin.

 

Das klingt spannend.  Da werde ich auf jeden Fall mal reinlesen.

Wieso hast du dich für Selfpublishing entschieden und bist du mit deiner Entscheidung zufrieden?

 

Die Entscheidung hat ganz klar meiner Ungeduld gefällt. Wieso sollte ich darauf warten, irgendwann vielleicht einmal von einem Verlag entdeckt zu werden, wenn ich die Welt doch gleich mit meinem Roman beglücken könnte. Ich gebe zu, ich war ziemlich naiv. Auch das Selfpublishing ist kein Allheilmittel. Es war super, für die Autorin, die ich zu dem Zeitpunkt war und die Erfahrung will ich auf keinen Fall missen. Inzwischen habe ich sehr viel über den Markt, über Schreibtechniken und über mich gelernt. Wenn man so will, bin ich erwachsen geworden und auch endlich geduldiger.

 

Was sind deine Herausforderungen als Autorin?

 

Dialoge sind eine sehr große Herausforderung für mich. In der Vergangenheit sind meine Protagonisten immer einen Kaffee trinken gegangen und haben nette Schwätzchen gehalten. Ich selbst mag es nämlich überhaupt nicht, mich zu streiten, und das hat man in diesen Fällen deutlich gemerkt. Da muss ich mehr aus meiner Komfortzone heraus. Das zu erkennen half mir ein Zitat, welches ich bei der Online-Autorenmesse 2017 gehört habe. Da sagte Elke Bockamp – „Wenn zwei Figuren einer Meinung sind, sollten sie die Klappe halten!“

 

Oh ja, der Tipp ist gut. Mir geht es genauso und ich habe meine Texte dann als Plattform angesehen, auf der ich Streiten üben kann :)

Hast du noch ein Herzensprojekt, dass du verwirklichen möchtest? Vielleicht eine bestimmte Idee oder ein anderes Genre, an das du dich bisher nicht gewagt hast?

 

Oh ja. Mir brennt ein Fantasyprojekt schon seit 2 Jahren unter den Nägeln. Ich persönlich liebe Fantasyromane total und mein großer Traum ist es, einmal selbst einen zu veröffentlichen. Da stehe ich mir allerdings selbst im Weg, denn mich scheut es noch, diese Herausforderung anzugehen. Fantasyleser sind viel gnadenloser als Leser von Liebesromanen. Alleine für die Welt, die ich erschaffen muss, mit all ihren Charakteren, Beziehungen untereinander und Eigenheiten, bräuchte ich mindestens 1 Jahr, in dem ich mich alleine darauf fokussiere. Was wiederum bedeutet, dass ich in der Zeit keinen Liebesroman schreiben kann, der mir einfach von der Hand geht und Geld bringt.

 

Oh wow. Da bin ich ja mal gespannt, ob wir irgendwann mal eine von dir geschaffene fantasievolle Welt  lesen werden. Ich würde mich freuen.

Was ist dein Geheimtipp für tolle Bücher schreiben?

 

Der für mich ultimative Tipp: Erhöhe die Fallhöhe! Das bringt sofort Spannung in jeden Roman.

Stelle dir immer die Frage: „Was könnte im schlimmsten Fall jetzt passieren? Was steht auf dem Spiel?“ Natürlich sollte es für das Buch realistisch sein. Also keine Alieninvasion in einem Liebesroman. ;)

 

Was wünscht du dir für das nächste Jahr?

 

Mehr Zeit wäre toll. J Aber fürs erste würde es mir schon genügen, dass ich es schaffe die mir zur Verfügung stehende Zeit bestmöglich zu nutzen, und nicht mehr mit solchen Dingen wie Social Media zu verschwenden.

 

Dann drücke ich dir die Daumen, dass 2019 genauso wird, wie du es dir erhoffst.

Ich danke dir sehr für das Interview. Immer wieder spannend, wie unterschiedlich wir alle sind, und dennoch haben wir oft mit den selben Herausforderungen zu kämpfen.

Ich freue mich schon auf Zeit für deine Bücher :)

DANKE